Skip to main content
21Feb
21.02.2025

Serverraum Kühlung: Definition, Berechnung & 6 Kühlsysteme

Die effektive Kühlung eines Serverraums verhindert eine Überhitzung der IT Geräte, die schnell zu Schäden an der Hardware und unerwarteten Systemausfällen führt. Die Serverraumkühlung stellt den unterbrechungsfreien Betrieb der IT sicher und umfasst verschiedene Kühlsysteme, um eine zuverlässige und konstante Kühlung der Server zu gewährleisten.

Die Kühlung von Serverräumen ist entscheidend für den zuverlässigen Betrieb und die Lebensdauer der darin arbeitenden IT-Infrastruktur. Server und andere IT-Komponenten erzeugen während des Betriebs eine erhebliche Menge an Abwärme. Für die Kühlung von Serverräumen gibt es verschiedene Kühlsysteme wie die adiabate oder freie Kühlung, Warm- und Kaltgangeinhausung, Immersionskühlung und Serverraumklimatisierung. 

Ein bewährtes Konzept zur Optimierung der Kühlung in Serverräumen sind die Warmgang- und Kaltgangeinhausungen von SCS FACO. Diese Systeme sind individuell konfigurierbar und passend für nahezu alle Server-Schranksysteme. SCS FACO bietet Warmgang- sowie Kaltgangeinhausungen für Serverräume und Rechenzentren an. Das Kaltgangsystem von SCS FACO ermöglicht eine optimale Kaltluftzufuhr zu den Racks. Die Warmgangeinhausung ermöglicht eine effiziente Luftführung und leitet die Abluft der Server durch den Kamin in die Doppeldecke. Beide Kühlsysteme sorgen für eine hervorragende Effizienz der Kühlung im Serverraum.

Der Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die Kühlung im Serverraum. Neben der Definition und verschiedenen Berechnungsmethoden werden sechs unterschiedliche Kühlsysteme vorgestellt. Abschließend werden die Vorteile der unterstützenden Komponenten von SCS Faco aufgezeigt.

Wann benötigt man im Serverraum eine Kühlung?

In einem Serverraum benötigt man eine Kühlung, sobald die dort installierte Hardware so viel Wärme erzeugt, dass die zulässige Raumtemperatur von 18° bis 27°C überschritten wird. Server erzeugen beim Betrieb konstant Abwärme, die zur Vermeidung einer Überhitzung oder Beschädigung der IT-Systeme häufig gezielt abgeführt wird. 

Die American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers empfiehlt eine Betriebstemperatur von 18° bis 27°C in Serverräumen und Rechenzentren, um eine optimale Leistung der IT-Geräte sicherzustellen. Eine Klimatisierung ist erforderlich, wenn der normale Luft- und Wärmeaustausch nicht ausreicht, um kühle Temperaturen konstant zu gewährleisten. 

Unzureichende Kühlung und Wärmeabfuhr führen schnell zu Überhitzung und Beschädigung der Hardware im Serverraum. Die Abwärme des Rechenzentrums ist für die Gewährleistung der Unternehmenssicherheit sicher aus dem Raum abzuführen. 

Laut einer Studie der Polytechnischen Universität Hongkong liegt die Serverraumtemperatur in den meisten Betrieben zwischen 20 und 25 Grad. Mehr als ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs im Betrieb entfällt auf die notwendige Klimatisierung. Die Art der Kühlsysteme für Serverräume ist vielfältig und richtet sich nach den spezifischen Erfordernissen des jeweiligen Unternehmens.

Welche Serverraum Kühlsysteme gibt es?

Es gibt verschiedene Kühlsysteme wie adiabate und freie Kühlung, Warm- und Kaltgangeinhausung, Immersionskühlung und Klimaanlagen für Serverräume. Kühlsysteme sind luft- und/oder flüssigkeitsbasiert. Faktoren wie Raumgröße, Abwärme, Energieeffizienz und Budget bestimmen die Wahl der Kühlung für Serverräume.

Adiabate Kühlung

Die adiabate Kühlung für den Serverraum ist eine Form der Verdunstungskühlung. Bei dem Verfahren wird die Luft durch die Verdunstung von Wasser auf eine angenehme Temperatur abgekühlt. Die dabei entstehende Transpiration dient als Kältequelle für Server und andere IT-Komponenten. Die bei der adiabaten Kühlung eingesetzte Wasserverdunstung benötigt Energie in Form von Wärme. Die Verdunstungsenergie wird der Umgebungsluft aus dem Serverraum entzogen. 

Die adiabate Kühlung funktioniert durch den physikalischen Vorgang der Wasserverdunstung. Das thermodynamische Prinzip entzieht der Luft  Wärme und führt zur Abkühlung der Lufttemperatur im Serverraum. Das Verfahren verwendet Wasser als Kältemittel und erfolgt ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung. Die Temperaturabsenkung durch Verdunstungskühlung ist ein Prozess, der auf der Aufnahme von Wasserdampf durch die Luft beruht. Im Dampf bewegen sich die Wassermoleküle schneller als in einer Flüssigkeit. Die Beweglichkeit der Wassermoleküle wird durch die Aufnahme von Wärmeenergie aus der Umgebung erhöht. Dadurch entsteht der Kühleffekt. 

Ein Hauptvorteil der adiabaten Kühlung ist die frische und gefilterte Außenluft zur Kühlung von Gebäuden. Bei der adiabaten Kühlung wird die warme, verbrauchte Raumluft nicht umgewälzt, sondern gegen frische, gefilterte Außenluft ausgetauscht. Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen wird die Raumqualität so deutlich verbessert. Der Hauptnachteil der adiabaten Kühlung ist das feuchte Raumklima. Das Verfahren erhöht die Luftfeuchtigkeit, was zu einem feuchten Raumklima führt. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit sinkt der Arbeitskomfort und Schimmelbildung wird begünstigt.

Die Kostenersparnis gegenüber konventionellen Kühlsystemen liegt bei der adiabaten Kühlung bei 80%. Die niedrigen Energiekosten machen das System zu einer kostengünstigen Alternative zu herkömmlichen Kühlsystemen.

Freie Kühlung im Serverraum

Die freie Kühlung ist ein Kühlsystem, bei dem die natürliche Umgebungstemperatur in Form von Luft oder Wasser zur Kühlung von Serverräumen genutzt wird, anstatt auf mechanische Kühlgeräte wie Kältemaschinen zurückzugreifen. Die freie Kühlung nutzt die natürlichen Umgebungstemperaturen, um luftgekühlt zu arbeiten, ohne zusätzlichen Energieaufwand zu benötigen. 

Die Funktionsweise der freien Kühlung basiert auf einem Wärmeaustausch. Dabei werden kalte Luft oder kaltes Wasser eingesetzt, um Wärme abzuführen und dadurch einen Kühleffekt zu erzielen. Der Wärmeaustausch Prozess erfolgt durch den Kontakt der warmen Luft mit der zu kühlenden Umgebung. Außer dem Strom für die Ventilatoren wird keine Energie verbraucht. Bei der freien Kühlung wird zwischen der direkten und indirekten freien Kühlung unterschieden. Direkte freie Kühlung nutzt Luft zur effizienten Kühlung von Rechenzentren oder Servern. Die Kühlung wird ausschließlich durch natürliche Kältequellen wie Außenluft, Grundwasser oder das Erdreich möglich. Bei der indirekten freien Kühlung erfolgt die Kühlung der Innenluft des Rechenzentrums mittels eines Kältemittels, welches durch die Außenluft gekühlt wird. 

Hauptvorteil der freien Kühlung ist die effiziente und nachhaltige Energieeinsparung. Die freie Kühlung nutzt die natürliche Umgebungstemperatur zur Kühlung. Dadurch wird der Energieverbrauch deutlich reduziert. Hauptnachteil der freien Kühlung ist ihre Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen. Regionen mit hohen Außentemperaturen und Serverräume, die eine konstante Kühltemperatur benötigen, sind für die freie Kühlung nicht geeignet.

Laut der Fachzeitschrift KI - Kälte Luft Klimatechnik betragen die jährlichen Betriebskosten für freie Kühlung mit Wasser in einem Rechenzentrum mit 400 kW IT-Leistung ca. 70.000 €. Freie Wasserkühlung ist rund. 11.000 € günstiger als die freie Luftkühlung. Laut der “Fachzeitschrift IKZ Fachplaner” sind bei freier Kühlung Energieeinsparpotenziale von bis zu 80% möglich.

Warmgangeinhausung

Die Warmgangeinhausung ist eine Methode zur Effizienzsteigerung in Serveräumen, bei der die warme Abluft der Server eingehaust und über einen Kamin in die Decke abgeleitet wird. Die warme Abluft der IT-Geräte wird in die Kühlinfrastruktur zurückgeführt. Die gekühlte Luft wird in den Serverraum geleitet und trifft von vorne erneut auf die Servereinheiten. Der Einsatz einer Warmgangeinhausung maximiert den Kühleffekt der IT-Komponenten und optimiert den Energieverbrauch des gesamten Serverraums. 

Die Warmgangeinhausung funktioniert durch Einhausung der warmen Abluft, die von den Servern erzeugt wird. Bei der Warmgangeinhausung werden die Serverschränke mit den warmen Abluftseiten der Racks einander gegenübergestellt, wodurch sich ein Gang in der Mitte bildet, in den die Server die warme Luft blasen. Von dort gelangt die warme Luft über einen Kamin in die Doppeldecke.

Der Hauptvorteil der Warmgangeinhausung ist die hohe Energieeffizienz. Warmgangeinhausungen senken die Energiekosten und reduzieren den CO2-Ausstoß durch effiziente Kühlung. Im Vergleich zu anderen Kühlstrategien spart die Warmgangeinhausung jährlich 43 % der Energiekosten. Dies zeigt eine Studie des Beijing Institute of Petrochemical Technology, der University of Minnesota und der University of Idaho. Hauptnachteil der Warmgangeinhausung sind die Investitionskosten. Der Einbau einer Warmgangeinhausung setzt eine Doppeldecke voraus und erfordert Investitionen in die speziellen Kaminwände und Warmgang-Türen.

Kaltgangeinhausung

Eine Kaltgangeinhausung ist eine Methode zur Optimierung der Kühlung im Serverraum. Eine Kaltgangeinhausung umschließt den kalten Gang zwischen zwei Reihen an Serverschränken, in den die Kaltluft zur Kühlung der IT-Geräte durch den Doppelboden zugeführt wird. Die Gänge werden mit Hilfe von Seitenwänden, Türen und Dachsystemen vollständig umschlossen. Einhausungssysteme verhindern eine Überhitzung der IT-Komponenten und gewährleisten einen störungsfreien Betrieb. Zudem schützen sie Server durch eine konstante Temperatur vor Datenverlust und Systemausfällen.

Kalte Luft wird in einer Kaltgangeinhausung gezielt in den Kaltgang geleitet, wo sie von der Vorderseite der Server angesaugt wird, um die Geräte zu kühlen. Die warme Abluft, die an der Rückseite der Server austritt, wird in den offenen Bereich des Raumes geleitet. Die erwärmte Luft, die an die Umgebung abgegeben wird, steigt zur Decke auf. Über Umluftkühlgeräte wird die warme Luft abgesaugt, gekühlt und über den Doppelboden wieder in den Kaltgang zurückgeführt. 

Hauptvorteil der Kaltgangeinhausung ist die Einsparung an Energie. Laut dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg spart die Kaltgangeinhausung in einem IT-Unternehmen jährlich bis zu 100 Megawattstunden Energie ein. Der Hauptnachteil der Kaltgangeinhausung sind die hohen Temperaturen außerhalb des Einhausungsbereiches. Bei Verwendung eines Kaltgangsystems erwärmt sich der restliche Serverraum, was zu hohen Rücklufttemperaturen führt.

Immersionskühlung für Server

Die Immersionskühlung für Server ist eine Technologie, bei der die Serverkomponenten in eine wärmeleitende dielektrische Flüssigkeit getaucht werden, um die Wärme effizient abzuleiten. Es gibt die einphasige und die zweiphasige Immersionskühlung. Bei der einphasigen Immersionskühlung ändert die Kühlflüssigkeit ihren Aggregatzustand nicht. Die Kühlflüssigkeit wird durch eine Umwälzpumpe zwischen dem zu kühlenden Gerät und einem Wärmetauscher bewegt. Bei der zweiphasigen Immersionskühlung ändert die Kühlflüssigkeit ihren Aggregatzustand. Die Flüssigkeit wird durch die sich erwärmende Hardware zum Sieden und Verdampfen gebracht.

Die Immersionskühlung bei Servern basiert auf dem Prinzip des Eintauchens der Hardware in eine elektrisch nicht leitende Flüssigkeit, welche die Wärme direkt abführt. Der Server wird von allen Seiten gleichmäßig mit der Kühlflüssigkeit benetzt. Je nach Technologie kommen ein- oder zweiphasige Flüssigkeiten zum Einsatz. Die kalte Flüssigkeit befindet sich zunächst im unteren Bereich des Beckens. Mit der Erwärmung durch die Abwärme der Elektrik steigt die Kühlflüssigkeit nach oben. Die Flüssigkeit gibt ihre Wärme an den unteren Teil des Beckens ab, wo sie erneut verwendet wird. Die Abwärme wird über einen Wärmetauscher abgeführt und ist für andere Zwecke nutzbar.

Hauptvorteil der Immersionskühlung ist der geringe Energieverbrauch. Die Immersionskühlung spart bis zu 40 Prozent Energie im Vergleich zur klassischen Luftkühlung. Genenüber ausschließlich luftgekühlten Servern benötigt die Immersionskühlung fast 50 % weniger Energie. Hauptnachteil ist die komplizierte Handhabung der Immersionskühlung. Vor der Reparatur oder dem Austausch ist die Flüssigkeit vollständig abzulassen und das System zu reinigen. Die Handhabung, Lagerung und Entsorgung der Kühlflüssigkeiten ist zeitaufwendig.

Die Immersionskühlung für Server kostet rund 6 Euro pro Watt bei einer Leistungsdichte von 10 kW pro Rack Server. Die Betriebskosten sind um 9 bis 20 % niedriger als bei rein luftgekühlten Servern. Der geringe Energieverbrauch führt zu einer Senkung der Gesamtenergiekosten um 15 bis 25 %. Dies zeigt eine Studie der Universität Groningen.

Klimaanlage im Serverraum

Eine Klimaanlage ist ein Kühlsystem zur Aufrechterhaltung einer konstanten und optimalen Temperatur in einem Serverraum. Server erzeugen konstant Abwärme. Zur Vermeidung von Überhitzung, die zum Ausfall der Hardware oder zum Verlust von Daten führt, ist eine kontinuierliche Kühlung erforderlich.

Die Klimaanlage im Serverraum funktioniert durch den Transport von Wärmeenergie. Die Kühlung des Serverraums und aller IT-Geräte erfolgt durch Wärmeabfuhr nach außen bei gleichzeitiger Rückführung der gekühlten Luft in den Raum. Die Verbindung zwischen dem Innen- und dem Außengerät der Anlage erfolgt über Leitungen, die ein spezielles Kältemittel enthalten. Die kühlende Flüssigkeit strömt durch die Rohrleitung der Klimaanlage und transportiert die Wärmeenergie zwischen dem Innengerät und dem Außengerät. 

Hauptvorteil der Klimaanlage im Serverraum ist die zuverlässige Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Server erzeugen eine beträchtliche Menge an Wärme. Eine Klimaanlage sorgt für die Aufrechterhaltung einer optimalen Temperatur, um eine Überhitzung der Geräte zu vermeiden, die zu Ausfällen oder Schäden führt. Hauptnachteil der Klimaanlage im Serverraum sind die hohen Energiekosten. In Serverräumen und Rechenzentren sind Klimaanlagen 24 Stunden am Tag in Betrieb. Der konstante Betrieb der Maschine führt zu einem hohen Energieverbrauch und zu hohen Stromkosten.

Die Kosten für eine Klimaanlage in einem Serverraum hängen von der Raumgröße und der benötigten Kühlleistung ab. Kleine Kühlsysteme sind ab ca. 400 Euro erhältlich, leistungsstarke Klimaanlagen kosten bis zu 5000 Euro. Der Stromverbrauch von Split-Klimageräten ist geringer als der von mobilen oder Monoblock-Klimageräten. Die jährlichen Stromkosten für die Klimaanlage im Serverraum hängen von der Leistung der Klimaanlage, der Betriebsdauer, der Energieeffizienz und den Stromkosten pro kWh ab. 

Zur Berechnung der Kühlleistung in einem Serverraum sind mehrere Schritte notwendig. 

Wie kann man die Kühlleistung im Serverraum berechnen?

Die Kühlleistung für einen Serverraum kann man mit der Raumgröße in Quadratmetern multipliziert mit 60 Watt (wenig Sonne und gute Isolierung) oder 100 Watt (viel Sonne und schlechte Isolierung) berechnen. Für eine Raumfläche von 60 m² gilt: 60 m² x 100 Watt. Die Kühlleistung der Klimaanlage beträgt 6.000 Watt.

Die Kühlleistung in einem Serverraum wird in Watt oder in BTU/h (British Thermal Units pro Stunde) angegeben. 1.000 BTU entsprechen 293 Watt. Die geeignete Art der Kühlung für einen Serverraum hängt von der Größe des Raumes und von den Umgebungsbedingungen ab. Die Kühlleistung für einen Serverraum berechnet sich aus der Raumgröße in Quadratmetern multipliziert mit 60 Watt bei geringer Sonneneinstrahlung und guter Isolierung oder 100 Watt bei hoher Sonneneinstrahlung und schlechter Isolierung.  

Eine alternative Methode, um die Kühlleistung im Serverraum zu berechnen, ist die Ermittlung über das Raumvolumen. Die Kubikmeterzahl des Raumes wird mit 40 Watt multipliziert. Bei einem Raum mit einer Fläche von 50 m² und einer Höhe von 3 Metern ergibt dies: 50 m² × 3 m × 40 W = 6.000 Watt oder 6 kW. 

Bei der Planung einer optimalen Raumklimatisierung gehört die Kühllastberechnung zu den wichtigsten Berechnungen für Serverräume. Die Kühllast ist die aus dem Raum abzuführende Wärmelast zur Erreichung einer Solltemperatur. Die VDI 2078 ist eine Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure zur Kühllastberechnung von Gebäuden. Sie berücksichtigt eine Vielzahl von Faktoren, um die tatsächliche Kühllast genau abzubilden. Die Berechnung umfasst die Kühllast, die Raumlufttemperatur und die operativen Raumtemperaturen aller Räume, unabhängig davon, ob und wie diese klimatisiert werden. Die Kühllast umfasst alle Wärmelasten, die aus einem Raum abgeführt werden, um eine gewünschte Temperatur zu erreichen. 

  1. Äußere Kühllast: Die äußere Kühllast ergibt sich aus der Transmissionswärme von nicht klimatisierten Nachbarräumen, Außenwänden und Dachflächen sowie der Strahlungswärme durch Fenster.  Die Transmissionswärme ist die Wärmemenge, die durch ein Bauteil wie eine Wand, ein Fenster oder eine Tür von einer Seite auf die andere übertragen wird. 
  2. Innere Kühllast: Die innere Kühllast umfasst die Wärmeabgabe durch Menschen, Beleuchtung, Maschinen und Geräten. Weitere Faktoren der inneren Kühllast sind die Wärmeaufnahme durch Materialfluss sowie Wärme aus chemischen Reaktionen.
  3. Latente Wärmelast: Latente Wärmelasten sind eine spezielle Art von inneren Kühllasten, die durch Wasserdampf in der Raumluft entstehen. Wärme, die zu einer Änderung des Aggregatzustands führt, wird latente Wärme genannt.

Die Summe dieser Lasten ergibt die gesamte Kühllast, die von der Klimaanlage nach außen abgeführt wird, um eine optimale Temperatur im Serverraum zu gewährleisten. Eine detaillierte Kühllastberechnung ist nur mit einer entsprechenden Software korrekt umzusetzen. Neben der Berechnung nach VDI 2078 ist eine Berechnung der Kühllast in Form einer vereinfachten überschlägigen Kühllastberechnung möglich. 

Bei der überschlägigen Kühllastberechnung werden die Abmessungen von Decken, Böden, Fenstern und Wänden erfasst und dokumentiert. Zusätzlich werden die Ausrichtung der Bauteile sowie deren Wärmeeinträge analysiert. Innere Lasten durch Maschinen oder Personen werden erfasst und aufsummiert. Auf der Grundlage dieser gesammelten Lasten wird der Kühlbedarf berechnet. 

Als Faustformel für die Berechnung der Kühlleistung gilt: Ein gut gedämmtes Gebäude benötigt etwa 30 Watt Kühlleistung pro Kubikmeter Rauminhalt. Für ein im Jahr 2015 errichtetes Gebäude mit einer Grundfläche von 2000 m² und einer Raumhöhe von 2,50 m wird die erforderliche Kühlleistung wie folgt berechnet: 2000 m² (Fläche) x 2,50 m (Deckenhöhe) x 30 W (geschätzte Kühlleistung) = 150.000 Watt Leistung.

Für die Sicherheit eines Serverraums gibt es eine Vielzahl von Vorschriften, die für die Kühlung gelten.

Welche Vorschriften zur Kühlung in Serverräumen gibt es?

Die Vorschriften zur Kühlung in Serverräumen orientieren sich an einem empfohlenen Temperaturbereich von 18°C bis 27°C, der Einhaltung der Feuerwiderstandsklasse F90 und der europäischen Norm DIN EN 50600. Ziel der Norm ist die Sicherstellung der konstanten Verfügbarkeit, Effizienz und Sicherheit von Serverräumen.

Die Kühlung in Serverräumen unterliegt verschiedenen Vorschriften und Normen, um den sicheren und effizienten Betrieb der IT-Infrastruktur zu gewährleisten. Die American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers empfiehlt eine konstante Betriebstemperatur von 18° bis 27°C in Serverräumen und Rechenzentren, um eine optimale Leistung der IT-Ausrüstung zu gewährleisten. Laut der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers sind Zulufttemperaturen zum Rack von maximal 27 °C zulässig, um Schäden an der Hardware zu vermeiden. 

Das Deutsche Institut für Normung legt Anforderungen an die bauliche Ausführung, die Stromversorgung, die Klimatisierung, die Verkabelung und die Sicherheitssysteme für den Betrieb von Rechenzentren und Serverräumen fest. Die Norm DIN EN 50600 ist ein ganzheitlicher Ansatz für Planung, Bau und Betrieb von Serverräumen. Die europäische Norm deckt verschiedene Aspekte der Infrastruktur ab und gewährleistet durch verschiedene Vorschriften die Verfügbarkeit, Effizienz und Sicherheit.

Die Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen für Serverräume erfordern Bauteile der Feuerwiderstandsklasse F 90. Sichere Serverräume erfüllen die Anforderungen an den Brandschutz durch die Wahl von geeigneten Wänden, Böden und Decken, die mindestens die Anforderungen an die Feuerwiderstandsklasse F 90 erfüllen. Die Feuerwiderstandsklassen dienen der Klassifizierung von Bauteilen nach der Dauer ihres Feuerwiderstandes. Bauteile der Klasse F90 bleiben im Brandfall mindestens 90 Minuten funktionsfähig. Der ideale Standort eines Serverraums liegt innerhalb des Brandschutzbereichs eines Unternehmens. Zu den technischen Brandschutzmaßnahmen gehören Rauch- und Brandmelder, Feuerlöscher sowie vollumfängliche Brandmeldesysteme, die die Feuerwehr selbständig alarmieren. Absperreinrichtungen unterbrechen im Brandfall die Sauerstoffzufuhr zum betroffenen Bereich. 

Zu den Anforderungen an die Kühlung von Serverräumen gehört eine effiziente Luftführung, die eine Vermischung von warmen und kalten Luftströmen vermeidet. Eine Vermischung von Kalt- und Warmluft führt häufig zu Wärmenestern oder Kurzschlussströmungen. Die Hotspots wirken sich negativ auf die Effizienz der Geräte und die Betriebssicherheit aus. Die Trennung der Luftströme durch Warm- und Kaltgangeinhausungen erhöht die Effizienz der eingesetzten Kühlsysteme erheblich und verbessert die Effizienz der gesamten IT. 

Die Effizienz des Kühlsystems in einem Serverraum ist regelmäßig zu überprüfen und auf mögliche Optimierungspotenziale hin zu analysieren. Server benötigen stabile Kühlanlagen, die dauerhaft die Umgebungskonditionen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit regulieren. Diese Systeme sind für den durchgehenden Betrieb rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr konzipiert. Eine gründliche Wartung und Reinigung der Anlagen ist entscheidend, um einen unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Eine stabile Stromversorgung in der Nähe des Serverraums ist notwendig, um einen unterbrechungsfreien Betrieb der IT zu gewährleisten. Ein Notstromaggregat verhindert bei Stromausfall Systemstörungen und Schäden an der Hardware.

Der Serverraum befindet sich idealerweise in einem abgeschlossenen Bereich, um unbefugten Zutritt zu verhindern. Der Zugang zum Serverraum ist nur Personen gestattet, die zur Erfüllung ihrer Aufgaben Zugang zu den IT-Einrichtungen benötigen. Überwachungssysteme und Zugangskontrollen werden empfohlen. Türen und Fenster sind gegen Einbruch zu sichern.

Kühlsysteme für Serverräume von SCS FACO 

Kühlsysteme für Serverräume von SCS FACO sorgen für eine effektive und effiziente Kühlung von Servern in Rechenzentren. SCS FACO Kaltgang- und Warmgangeinhausungen sorgen für ein stabiles Temperaturniveau und die Kühlung aller Serverracks. Unsere Kühlsysteme sind individuell konfigurierbar und lassen sich aus diesem Grund an die Anforderungen jedes Rechenzentrums anpassen.

Warmgangsysteme von SCS FACO ermöglichen eine effiziente Luftführung, indem die warme Luft, die in den Gang zwischen die Server geblasen wird, durch einen Kamin gezielt in die Decke gelangt. SCS FACO Warmgangeinhausungen sind hochwertige Hot Aisle Containment Systeme. Die HAC-Kaminbauweise von SCS FACO hat Wände aus Metall, Makrolon oder Exolon. Die Kaminelemente sind modular aufgebaut und an verschiedene Schranksysteme anpassbar. Alternativ stehen freistehende Lösungen zur Verfügung, die eine flexible und individuelle Anordnung sowie einen flexiblen Austausch der Serverschränke ermöglichen. 

Die SCS FACO Kühlsysteme im Warmgang sind mit HAC-Türsystemen ausgestattet. Die Türen sind selbstschließend, manuell schließend, freilaufend oder synchron laufend erhältlich. Zusätzlich bietet SCS FACO optional eine motorisierte Unterstützung für das Öffnen der Türen an. Die Warmgangeinhausungen sind mit Fenstern aus Sicherheitsglas oder Kunststoff ausgestattet.

Das Secure Cage Systems Kaltgangsystem für Serverräume ermöglicht eine optimale Kaltluftzufuhr zu den Racks und hält die Kaltluft dort, wo sie benötigt wird. Das Cold-Aisle-Containment Tür- und Dachsystem verhindert die Rezirkulation von Warmluft. Die Hochbauweise ermöglicht energieeffiziente Luftverteilung und führt die Kaltluft gezielt zu den Racks. Das CAC-Dachsystem von SCS FACO besteht aus transparenten und widerstandsfähigen Dachelementen aus Makrolon oder Exolon mit einer Bauhöhe von 150 mm. Bestehende Brandschutzsysteme sind nahtlos in das Dach integrierbar. Die gleichmäßige Kaltluftverteilung, die durch die erhöhte Dachkonstruktion erreicht wird, verhindert gezielt Hotspots. 

Die Kaltgangeinhausungen von SCS FACO auf serverroom-security.com sind mit CAC-Türsystemen ausgestattet, die die Kaltgänge abschließen. Die Schiebetüren sind selbstschließend, manuell schließend, freilaufend oder synchron laufend erhältlich. Für zusätzliche Sicherheit und Sichtbarkeit sind die Türen von SCS FACO mit Fenstern aus Sicherheitsglas oder Kunststoff ausgestattet. CAC-Türsysteme gewährleisten ein stabiles Temperaturniveau und stellen die Kühlung aller Serverracks sicher.

Die Kühlsysteme für Serverräume von SCS FACO auf serverroom-security.com sind modular aufgebaut und lassen sich individuell für den jeweiligen Serverraum konfigurieren. SCS FACO übernimmt die Planung, Konstruktion, Fertigung und Montage der Kühlsysteme. 

Weitere Artikel

28May

Data Centre World - Frankfurt, Mai 2024

Digitalisierung wirkt sich immer mehr auf unsere Unternehmensführung und Mitarbeiter aus. Wir passen unsere Prozesse kundenorientiert an.

29Jul

SCS Secure Cage Systems

Planung, Herstellung und Montage von Sicherheitskäfigen für Rechenzentren - made in Germany

20Aug

Digitale Transformation bei FACO Metalltechnik

Digitalisierung wirkt sich immer mehr auf unsere Unternehmensführung und Mitarbeiter aus. Wir passen unsere Prozesse kundenorientiert an.