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10Sep
10.09.2025

Rechenzentrum bauen: Anleitung 2025

Die Planung und der Bau eines Rechenzentrums ist ein komplexes und kostenintensives IT-Projekt.

Beim Bau eines Rechenzentrums sind Faktoren wie Energieeffizienz, Kühlung, Sicherheit und Skalierbarkeit von Anfang an zu berücksichtigen, damit die Anlage den heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht wird.

SCS FACO bietet hochwertige Produkte für den zukunftssicheren Bau von Rechenzentren, darunter Warm- und Kaltgangeinhausungen zur effizienten Luftführung sowie zugriffssichere Secure Cages für maximale Sicherheit. Unsere modularen Systeme lassen sich flexibel an unterschiedliche Raumgegebenheiten anpassen. 

Dieser Text bietet einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Schritte beim Bau eines Rechenzentrums im Jahr 2025. Dabei werden die grundlegenden Anforderungen an moderne Rechenzentren definiert sowie zentrale Komponenten aufgezeigt, die bei der Bauplanung zu berücksichtigen sind. Auch die zu erwartenden Kosten für den Bau eines Rechenzentrums werden thematisiert. Anhand eines Praxisbeispiels wird der Ablauf des Baus eines Rechenzentrums anschaulich dargestellt. Abschließend werden SCS FACO Produkte vorgestellt, die sich für den Bau eines hochwertigen Rechenzentrums eignen.

1. Anforderungen an das Rechenzentrum formulieren

Im ersten Teil der Anleitung für den Bau von Rechenzentren sollten die grundlegenden Anforderungen festgestellt werden.

  • Definition des Nutzungswecks: Um Anforderungen an das Rechenzentrum zu formulieren, ist eine klare Definition des Nutzungszwecks vor Beginn des Baus erforderlich. Neben der Größe des Rechenzentrums ist die Frage zu klären, welche Art von Rechenzentrum benötigt wird. Rechenzentren werden in unternehmenseigene Rechenzentren, Colocation-Rechenzentren, Managed Hosting-Rechenzentren und Cloud-Rechenzentren eingeteilt. Der Nutzungszweck hat weitreichende Konsequenzen für die Anforderungen an das Rechenzentrum. Dazu gehören Ansprüche an Flexibilität, Sicherheit, Energieeffizienz oder die Serverleistung.
  • Bestimmung der TIER-Klassifizierung: Die Festlegung der erforderlichen Ausfallsicherheit ist für die baulichen Anforderungen an ein Rechenzentrum von Bedeutung. Die international anerkannte TIER-Klassifizierung des Uptime Institute teilt Rechenzentren in die Klassen Tier I bis Tier IV ein. Die Klassen dienen als ein standardisiertes Verfahren zur Klassifizierung von Rechenzentren hinsichtlich der Zuverlässigkeit ihrer Infrastruktur. Die Einteilung erfolgt in Tier 1 bis Tier 4, wobei Tier 1 den einfachsten und Tier 4 den höchsten Standard darstellt. Jede höhere Stufe baut auf den Anforderungen der vorhergehenden auf und erweitert diese um zusätzliche Sicherheits- und Redundanzmaßnahmen. Die Zuordnung zum richtigen Rechenzentrums-Tier ist abhängig von den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens.
  • Planung des Einrichtungsumfangs: Vor dem Bau eines Rechenzentrums ist ausreichend Platz für die gesamte IT-Infrastruktur einzuplanen. Dies gilt auch für zukünftige Erweiterungen. Neben der Fläche für die IT-Geräte ist auch die zur Verfügung stehende Fläche für die Energieversorgung redundant auszulegen. Eine passend dimensionierte Klimatisierung ist erforderlich, um eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Serverraum zu gewährleisten. Umfassende Sicherheitsmaßnahmen wie Zugangskontrollen oder Videoüberwachung sind weitere Bestandteile des zu planenden Ausstattungsumfangs. 
  • Einhaltung der Europäischen Norm für Rechenzentren: Die DIN EN 50600 ist die zentrale europäische Norm für Rechenzentren. Die Norm gibt klare Richtlinien für eine optimale Gestaltung der Infrastruktur. Das in der DIN EN 50600 enthaltene Regelwerk ist eine Hilfestellung für die Planung und den Bau eines zukunftssicheren Rechenzentrums. Wird ein Rechenzentrum nach den Vorgaben der DIN EN 50600 geplant, erfüllt es hohe Sicherheits- und Effizienzstandards. 
  • Festlegung des Standortes: Die Standortwahl gehört zu den zentralen Anforderungen, die vor dem Bau eines Rechenzentrums sorgfältig zu prüfen sind. Ein optimaler Standort zeichnet sich durch eine stabile Netzwerkanbindung, eine zuverlässige Energieversorgung sowie ein geringes Risiko für Naturkatastrophen aus. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt einen Mindestabstand von 200 Kilometern zwischen georedundanten Standorten. Georedundanz wird durch eine ausreichende Entfernung zwischen Rechenzentren erreicht, die sich gegenseitig Redundanz bieten. Auch die Nähe zu Internet-Knotenpunkten sowie eine gute Verkehrsanbindung spielen eine wichtige Rolle bei der Standortwahl eines Rechenzentrums.

2. Bau des Rechenzentrums planen

Im zweiten Schritt ist der Bau des Rechenzentrums zu planen. Bei der Planung sollten die in der folgenden Liste aufgezählten Aspekte berücksichtigt werden.

  • Gebäudeanforderungen: Das Fundament eines leistungsfähigen Rechenzentrums liegt in seiner architektonischen Planung. Eine robuste Gebäudestruktur gewährleistet den zuverlässigen und sicheren Betrieb sensibler IT-Infrastruktur. Bereits in der Konzeptionsphase sind die Gebäudestruktur, Raumaufteilung und technische Ausstattung ganzheitlich zu betrachten. Kurze Wege für Wartung, Materialtransport und Notfalleingriffe, eine optimierte Luftzirkulation durch geeignete Raumhöhen und Doppelböden sowie klar definierte Zonen für IT-Infrastruktur und Versorgungstechnik steigern die Funktionalität und Sicherheit. 
  • Stromversorgung: Eine der wichtigsten Anforderungen bei der Planung eines Rechenzentrums ist die Stromversorgung. Der Rechenzentrumsbetrieb wird durch ein leistungsfähiges, mehrfach redundantes Stromverteilungsnetz abgesichert. Eine wichtige Komponente ist in diesem Zusammenhang die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Eine USV gewährleistet den Weiterbetrieb der Systeme bis zur Aktivierung eines Notstromaggregates.
  • Kühltechnik: Bei der Planung eines Rechenzentrums ist auch die Installation effizienter Kühlsysteme vorzusehen, die für eine konstante und optimale Temperatur im Serverraum sorgen. Eine geeignete Klimatisierung verhindert eine Überhitzung, die sonst schnell zu Hardwareausfällen oder Datenverlusten bei Servern führt. Eine sorgfältige Planung der Kühlsysteme ist wichtig, um die optimale Betriebstemperatur in einem Rechenzentrum zwischen 18 und 27 °C zu gewährleisten. Zu den etablierten Kühllösungen zählen Präzisionsklimageräte und der Einbau von Warm- und Kaltgangeinhausungen. Innovative Lösungen wie z. B. die Kalt-/Warmgangeinhausung von SCS FACO tragen dazu bei, die Luftströme gezielt zu lenken und die Kälteleistung effizient zu nutzen.
  • IT-Infrastruktur:  Der Umfang der IT-Ausstattung ist bei der Planung eines Rechenzentrums festzulegen. Dazu gehören leistungstarke Server, skalierbare Speichersysteme sowie Netzwerkkomponenten wie Router, Switches und Firewalls für die sichere Datenübertragung. Für eine strukturierte und platzsparende Organisation der Hardware sorgt eine effiziente Kabel- und Rackplanung. Eine stabile Stromversorgung mit USV-Systemen und Backup-Lösungen sichert den unterbrechungsfreien Betrieb der IT-Infrastruktur: Die jeweilige Tier-Klassifizierung ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Planung der IT-Infrastruktur.
  • Brandschutz: Bei der Planung eines Rechenzentrums ist der Brandschutz eine entscheidende Sicherheitsmaßnahme. Die Einhaltung der Bau- und Sicherheitsvorschriften, wie z.B. der Betriebssicherheitsverordnung, der DGUV Vorschrift 3, der DIN 4102, der DIN EN 1047-2, der DIN 18095 und der DIN EN 1634, sowie die Verwendung von feuerhemmenden und nicht brennbaren Materialien beim Bau des Rechenzentrums sind Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes und erhöhen die Sicherheit im Rechenzentrum. 
  • Sicherheitssysteme: Noch bevor ein Rechenzentrum gebaut wird, muss die Sicherheitsplanung beginnen. Ziel ist der Schutz des Rechenzentrums vor Bedrohungen wie z.B. Diebstahl, Sabotage oder Ausfall. Ein umfassendes Sicherheitskonzept umfasst drei Kernbereiche: Zugangskontrolle, Anlagensicherheit und Cybersicherheit. Zutrittskontrollsysteme stellen sicher, dass nur autorisiertes Personal Zugang zu sensiblen Bereichen erhält. Videoüberwachung und Alarmanlagen dienen als verstärkende Schutzmaßnahmen. Auch Sicherheitssysteme, die die Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren, sind frühzeitig in die Gebäudetechnik zu integrieren. 
  • Doppelboden: Bei der Planung eines Kaltgang-Rechenzentrums ist der Doppelboden ein zentrales Konstruktionselement. Ein Doppelboden bietet sowohl funktionale als auch infrastrukturelle Vorteile. Der Doppelboden dient als Aufbewahrungsort für Versorgungsleitungen wie Strom- und Datenkabel und trägt zur Ordnung im Rechenzentrum bei. Auch in modernen Klimatisierungskonzepten kommt dem Doppelboden eine Schlüsselrolle zu. Über Lüftungsgitter oder perforierte Platten wird kalte Luft effizient und verlustarm direkt in die Kaltgänge geleitet. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Temperaturverteilung im Rechenzentrum und trägt zur Steigerung der Energieeffizienz bei.

3. Fallstricke bei der Errichtung von Rechenzentren umgehen

Mit den Tipps aus der folgenden Liste lassen sich Fallstrecke bei der Errichtung von Rechenzentren umgehen.

  • Skalierbarkeit einplanen: Bei der Planung eines Rechenzentrums ist es wichtig, nicht nur den aktuellen Bedarf zu berücksichtigen, sondern auch die Möglichkeit für zukünftiges Wachstum zu gewährleisten. Wer beim Bau des Rechenzentrums keine Reserven für Fläche, Energie und Kühlung einplant, sieht sich in wenigen Jahren mit teuren Nachrüstungen oder Einschränkungen im Betrieb konfrontiert. 
  • Redundanz bereitstellen: Um die System- und Betriebsverfügbarkeit im Rechenzentrum zu gewährleisten, ist die Planung redundanter Infrastrukturen wichtig. Doppelt ausgelegte Komponenten sorgen für einen unterbrechungsfreien Betrieb auch bei Reparaturen und Wartungsarbeiten. Ohne durchdachte Redundanzkonzepte kommt im Ernstfall der gesamte Unternehmensbetrieb zum Erliegen.
  • Flexibilität behalten: Digitale Technologien und IT-Anforderungen entwickeln sich kontinuierlich weiter und verlangen von Unternehmen und Rechenzentrumsbetreibern hohe Flexibilität. Die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren, ist von entscheidender Bedeutung, um wettbewerbsfähig und zukunftssicher zu bleiben.
  • Gewerke koordinieren: Eine wesentliche Fehlerquelle beim Bau eines Rechenzentrums liegt in der ungenügenden Koordination der Gewerke wie Bau, Elektro, Klimatechnik, Sicherheitstechnik und IT-Infrastruktur, die alle ineinander greifen. Unzureichende oder fehlerhafte Abstimmungen und unklare Zuständigkeiten führen zu Planungs- und Ausführungsfehlern, die sich später in Form von zusätzlichen Kosten oder funktionalen Einschränkungen bemerkbar machen.
  • Zertifizierungen einhalten: Ein häufiger Fehler beim Bau von Rechenzentren ist die Vernachlässigung relevanter Zertifizierungen. Fehlende Nachweise führen zu erheblichen Bauverzögerungen, teuren Nachbesserungen und im schlimmsten Fall zum Ausschluss von bestimmten Branchenanforderungen. Wer sich bereits in der Planungsphase an etablierten IT-Sicherheitsstandards wie der EN 50600, der europäischen Norm für Planung, Bau und Betrieb von Rechenzentren, oder der ISO/IEC 27001 orientiert, spart Zeit, Kosten und Aufwand. 
  • Energieeffizientes Kühlkonzept: Bereits in der Planungsphase ist ein Kühlkonzept zu entwickeln, um den Energieverbrauch des Rechenzentrums zu minimieren. Die Effizienz eines Rechenzentrums zeigt sich in einer niedrigen Power Usage Effectiveness (PUE), also einem optimalen Verhältnis zwischen dem Gesamtenergieverbrauch und dem tatsächlichen Energieverbrauch der IT-Systeme. Ein wesentlicher Faktor für die Energieeffizienz ist die Trennung von Kalt- und Warmluft. Kaltgang- oder Warmgangeinhausungen verhindern eine unkontrollierte Vermischung der Luftströme im Rechenzentrum und leisten so einen wichtigen Beitrag für eine stabile Temperatur. Kaltgang- und Warmgangeinhausungen verbessern nicht nur die Effizienz der Klimatisierung, sondern erhöhen auch die Betriebssicherheit der IT-Systeme. Durch diese Systeme werden Energiekosten gesenkt und Nachhaltigkeitsziele wirkungsvoll unterstützt.

4. Datenschutz berücksichtigen

Teil vier dieses Leitfadens erläutert, warum es wichtig ist, den Datenschutz beim Bau eines Rechenzentrums zu berücksichtigen.

  • DSGVO: Rechenzentren unterliegen strengen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung. Dazu gehören technische und organisatorische Maßnahmen wie Zugangskontrollen oder Verschlüsselung, die Pflicht zur Auftragsverarbeitung bei Kundendaten sowie die Dokumentation und Nachweisbarkeit aller Datenschutzmaßnahmen. Die DSGVO verlangt klare Nachweise über Datenschutzmaßnahmen, technische und organisatorische Schutzkonzepte sowie die sichere Speicherung von Daten innerhalb der EU oder in DSGVO-konformen Drittstaaten.
  • Gesetze: Neben der DSGVO gibt es zahlreiche weitere rechtliche Vorgaben, die Unternehmen bei der sicheren Speicherung oder Auslagerung von Daten beachten müssen. Bei der Planung des Datenschutzes in Rechenzentren ist das Strafgesetzbuch (StGB) wichtig, wenn es um den Schutz von Privatgeheimnissen geht. Die Sozialgesetzbücher werden relevant, wenn personenbezogene Daten im sozialen Bereich verarbeitet werden. Das Telekommunikationsgesetz (TKG) und das Telemediengesetz (TMG) regeln die Datenverarbeitung in der digitalen Kommunikation und bei Online-Diensten. Die Abgabenordnung (AO) gibt verbindliche Aufbewahrungsfristen für steuerlich relevante Unterlagen vor. Auch das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ist zu beachten, da es Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats sowie Einsichtsrechte der Arbeitnehmer bei der Einführung technischer Systeme zur Leistungs- oder Verhaltenskontrolle festlegt. 
  • Schutzbedarf ermitteln: Beim Speichern von Daten in Rechenzentren ist der Schutzbedarf entscheidend. Er beschreibt, wie sensibel Daten sind und wie stark sie geschützt werden müssen. Der Schutzbedarf ist unter Berücksichtigung der IT-Systeme, der eingesetzten Anwendungen, der Rechenzentrumsinfrastruktur sowie aller bestehenden Kundenkontakte zu ermitteln. 
  • Physischer und digitaler Datenschutz: Moderne Rechenzentren sind nicht nur vor digitalen Bedrohungen wie Hackerangriffen und Malware zu schützen, sondern auch vor physischen Gefahren wie Einbruch, Feuer oder Stromausfall. Bauliche Sicherheitskonzepte, Zutrittskontrollen, redundante Stromversorgung, Brandfrüherkennungssysteme sowie moderne Firewall- und Monitoring-Technologien gehören zur Datenschutz-Grundausstattung.
  • Cloud Computing: Die Auslagerung von Daten in externe Rechenzentren ist heute Standard, um IT-Kapazitäten flexibel, skalierbar und kostengünstig zu nutzen. Die datenschutzrechtliche Verantwortung bleibt beim Auftraggeber und ist auf DSGVO-Konformität, transparente Verträge und technische Schutzmaßnahmen zu überprüfen. 
  • Backup: Ein zentraler Aspekt der Datensicherheit ist auch die regelmäßige und automatisierte Sicherung sensibler Informationen. Moderne Backup-Lösungen sorgen dafür, dass Unternehmensdaten verschlüsselt und ausfallsicher auf externen Servern gespeichert werden. Dies ermöglicht im Krisenfall eine reibungslose Wiederherstellung wichtiger Informationen. 

Die Kosten für den Bau eines Rechenzentrums hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Was sind die Kosten für den Bau eines Rechenzentrums?

Die Kosten, ein Rechenzentrum zu bauen, sind unterschiedlich hoch und hängen von den individuellen Anforderungen wie Größe, Standort, technischer Ausstattung, Energieeffizienz, Sicherheitsanforderungen oder der angestrebten Verfügbarkeitsklasse (z. B. TIER-Klassifizierung) ab. 

Nach Angaben des US-amerikanischen Outsourcing-Anbieters Baltimore Technology Park (BTP) belaufen sich die reinen Baukosten für ein Rechenzentrum mit einer Fläche von rund 100 Quadratmetern und einer Kapazität von 20 Standard-Racks auf 562.000 US-Dollar. Darin enthalten sind der Grundstückserwerb, die elektrische Infrastruktur, die Klimatisierung, der Brandschutz und die Sicherheitssysteme. Zusammen mit den Kosten für Architekten-, Ingenieur- und Projektmanagementleistungen erhöhen sich die Gesamtkosten auf 707.000 US-Dollar. 

Laut der Fachzeitschrift IT-Zoom amortisiert sich ein Rechenzentrum ab zwölf Racks nach etwa sechs Jahren. Grundlage für die Berechnung sind Vergleichswerte für Rechenzentrumskosten, die die üblichen Anforderungen nach Verfügbarkeitsklassen, Schutzklassen sowie die entsprechende physische Sicherheit in Bezug auf Brand, Einbruch, Zutritt und Vandalismus berücksichtigen. Je nach Bauweise und Sicherheitsstandard variieren die Investitionskosten erheblich. Nach Angaben von IT-Zoom liegen die Kosten für eine RZ-Containerlösung bei ca. 25.000 bis 30.000 Euro pro Rack. Für ein Außenrechenzentrum in Massivbauweise werden ca. 50.000 bis 60.000 Euro pro Rack veranschlagt, während ein vollwertiges Rechenzentrum Investitionen von 75.000 bis 85.000 Euro pro Rack erfordert.

Laut einer Studie der German Datacenter Association werden in Deutschland bis 2029 Investitionen in Höhe von rund 28 Milliarden Euro in neue Rechenzentren getätigt. Der wirtschaftliche Beitrag der Branche wird auf 23 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt geschätzt. Bei einem Beschäftigungsanteil von derzeit rund 65.000 Arbeitsplätzen ist mit einem weiteren Anstieg der Investitionen zu rechnen.

Ein anschauliches Beispiel zeigt, wie der Bau eines Rechenzentrums in der Praxis umgesetzt werden kann.

Beispiel für den Bau eines Rechenzentrums

Die DIN EN 50600 dient als Beispiel und Orientierung für den Bau von Rechenzentren. Die europäische Norm legt Kriterien für den Betrieb von Rechenzentren fest und definiert Anforderungen an die Planung der Gewerke, Baukonstruktion, Stromversorgung, Klimatisierung, Verkabelung sowie Sicherheitssysteme.

Die DIN EN 50600 ist die erste länderübergreifende Norm, die Rechenzentrumsinfrastrukturen ganzheitlich betrachtet. Die Norm versteht sich bis zu einem gewissen Punkt als Leitfaden und Baukastensystem. Eine Zertifizierung gemäß der DIN EN 50600 setzt sich aus folgenden Kriterien zusammen: 

  • DIN EN 50600-1: Allgemeine Aspekte für die Konstruktion und Spezifikation 
  • DIN EN 50600-2-1: Gebäudekonstruktion 
  • DIN EN 50600-2-2: Stromversorgung 
  • DIN EN 50600-2-3: Regelung der Umgebungsbedingungen 
  • DIN EN 50600-2-4: Infrastruktur der Telekommunikationsverkabelung 
  • DIN EN 50600-2-5: Sicherungssysteme 
  • DIN EN 50600-3-1 Informationen für das Management und den Betrieb 
  • DIN EN 50600-4-1: Überblick/allgemeine Anforderungen an Leistungskennzahlen DIN EN 50600-4-2: Kennzahl zur eingesetzten Energie 
  • DIN EN 50600-4-3: Anteil erneuerbarer Energien

Die DIN EN 50600 definiert darüber hinaus verschiedene Verfügbarkeitsklassen, die für die Stromversorgung, die Kälteversorgung und die Verkabelung gelten.

  • Verfügbarkeitsklasse 1: Die Verfügbarkeitsklasse 1 hat eine geringe Ausfallsicherheit, da das Rechenzentrum ohne Redundanzen geplant ist und über nur einen Versorgungspfad verfügt. Ein unterbrechungsfreier Betrieb ist nicht gewährleistet und Ausfälle sind jederzeit möglich.
  • Verfügbarkeitsklasse 2: Die Verfügbarkeitsklasse 2 bietet eine mittlere Verfügbarkeit, da Teilredundanzen vorhanden sind. Das Rechenzentrum basiert auf einem Versorgungspfad. Geplante Wartungsarbeiten sind möglich, ungeplante Ausfälle durch technische Störungen bleiben.
  • Verfügbarkeitsklasse 3: Die Verfügbarkeitsklasse 3 ermöglicht einen hohen Schutz vor Ausfällen. Durch mehrere Versorgungspfade mit redundanten Komponenten ist der Betrieb auch während Wartungsarbeiten abgesichert und bei den meisten technischen Störungen aufrechtzuerhalten.
  • Verfügbarkeitsklasse 4: Die Verfügbarkeitsklasse 4 erreicht die höchste Ausfallsicherheit. Dank vollständiger Systemredundanzen über mehrere Versorgungspfade bleibt das Rechenzentrum selbst bei Fehlern und technischen Störungen voll funktionsfähig und ist nur während geplanter Instandhaltungen eingeschränkt.

Neben den Verfügbarkeitsklassen gibt es die Einteilung der DIN EN 50600 in 3 Granularitätsstufen, die sich auf die Fähigkeit zum energieeffizienten Betrieb beziehen. Die Einteilung erfolgt anhand von Maßnahmen der Energieversorgung und misst die jeweilige Energieeffizienz eines Rechenzentrums.

  • Granularitätsniveau I: Das erste Granularitätsniveau erfasst den Gesamtenergieverbrauch des Rechenzentrums anhand von Basisdaten mit wenigen Messpunkten. Es bietet eine grobe Übersicht über den Energieverbrauch.
  • Granularitätsniveau II: Das zweite Granularitätsniveau beinhaltet die Erfassung erweiterter Daten durch detaillierte Messungen an spezifischen Teilbereichen wie der IT-Infrastruktur oder der Klimatisierung. Es liefert eine differenzierte Betrachtung einzelner Funktionsbereiche des Rechenzentrums.
  • Granularitätsniveau III: Das höchste Granularitätsniveau bietet die Erfassung einer großen Datenmenge mit sehr detaillierten Messungen bis auf jede Komponentenebene. Dabei wird der Energieverbrauch einzelner Komponenten präzise analysiert.

Das in der DIN EN 50600 enthaltene Regelwerk ist eine beispielhafte Hilfestellung für die Planung und den Betrieb eines zukunftssicheren Rechenzentrums. Wird das Rechenzentrum nach den Standards der DIN EN 50600 geplant, errichtet und betrieben, erfüllt es höchste Sicherheits- und Effizienzstandards.

Rechenzentren bauen mit Produkten von SCS FACO

SCS FACO bietet hochwertige Produkte, mit denen sich Rechenzentren bedarfsgerecht und zukunftssicher bauen lassen. 

Zur Optimierung der Luftführung eignet sich der Einbau von SCS FACO Warmgang- oder Kaltgangeinhausungen. 

Warmgangeinhausungen von SCS FACO verbessern die Effektivität bestehender Kühlsysteme erheblich, indem sie die in den Warmgang zwischen den Servern eingeleitete Ab- oder Warmluft über einen Kamin gezielt in die Doppeldecke leiten. Die HAC-Kamine von SCS FACO haben Wände aus Metall, Makrolon oder Exolon. Die Kaminelemente sind modular aufgebaut und an verschiedene Schranksysteme anpassbar. Die SCS FACO Warmgangsysteme beinhalten zudem HAC-Türsysteme. Die Türen sind selbstschließend, manuell schließend, freilaufend oder synchron laufend erhältlich. Zusätzlich bietet SCS FACO optional eine motorisierte Unterstützung für das Öffnen der Türen an. Die Türen der Warmgangeinhausungen haben Fenster aus Sicherheitsglas oder Macrolon/Exolon.

Die individuell anpassbaren Kaltgangeinhausungen von SCS FACO optimieren die Leistung bestehender Kühlsysteme, indem sie die Kaltluft dorthin leiten, wo sie benötigt wird. Das CAC Tür- und Dachsystem verhindert die Rezirkulation von Warmluft und ermöglicht durch die erhöhte Bauweise eine energieeffiziente Luftverteilung, die die Kaltluft gezielt zu den Racks führt. Das CAC-Dachsystem von SCS FACO besteht aus transparenten und widerstandsfähigen Dachelementen aus Makrolon oder Exolon mit einer Bauhöhe von 150 mm. Bestehende Brandschutzsysteme sind nahtlos in das Dach integrierbar.  CAC-Türsysteme gewährleisten ein stabiles Temperaturniveau und stellen die Kühlung aller Serverracks sicher. Die Schiebetüren sind selbstschließend, manuell schließend, freilaufend oder synchron laufend erhältlich. Für zusätzliche Sicherheit und Sichtbarkeit sind die Türen von SCS FACO mit Fenstern aus Sicherheitsglas oder Macrolon/Exolon ausgestattet. 

Eine weiterer Schritt für mehr Sicherheit im Serverraum ist die Installation von Secure Cages. Secure Cages sind Schutz-Trennwände aus Metall. Sie bilden abschließbare Bereiche in Rechenzentren und Serverräumen, in denen Server und andere IT-Komponenten sicher untergebracht sind. Secure Cages sind extrem stabil gebaut und können mit hochwertigen Schließsystemen ausgestattet werden. Diese schützen vor unbefugtem Zutritt.

SCS FACO ist Hersteller verschiedener Cagetypen wie z.B. Rechenzentrums Cages, Infrastruktur Cages und Unternehmens Cages. Zur Abtrennung von Hallenflächen in geschützte Bereiche eignen sich unsere Rechenzentrums Cages. Unsere Infrastruktur Cages schützen technische Anlagen, Stromverteilungen und Netzwerkverkabelungen effektiv. Für die Sicherung von Servern und Aktenarchiven in Unternehmen wurden unsere Unternehmens Cages entwickelt. 

Die SCS FACO Secure Cages werden in Modulbauweise gefertigt. Das flexible SCS FACO Paneelsystem ermöglicht die Planung und den Bau von Cages mit beliebiger Grundfläche. Die Cages sind bis zu einer Hallenhöhe von 8 Metern oder mehr planbar. Unsere perforierten Paneele mit großen Lochungen, z.B. 40 mm, haben eine hohe Luftdurchlässigkeit und Transparenz. Sie sind ab einer Höhe von 2,40 m vorgesehen. Ungelochte Paneele oder Paneele mit kleiner Lochung, z.B. 10 mm, sind für den Einsatz bis zu einer Höhe von 2,40 m vorgesehen. Sie sorgen für noch mehr Sicherheit. Neben den Standard-Paneelgrößen sind alle Paneele auch in Sonder-Paneelgrößen lieferbar. Die Schiebe- und Hängeflügeltüren der SCS Secure Cages werden in verschiedenen Standardgrößen angeboten und können in Sondergrößen gefertigt werden.

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